UTMB 2026: Wer sind die Favoriten beim OCC?

LB
Von Luc Beurnaux

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

UTMB 2026: Wer sind die Favoriten beim OCC?
© Jordi Saragossa

60 Kilometer und 3.500 Höhenmeter, dazu ein extrem schnelles und technisches Profil: Das OCC ist 2026 das dritte Finale der UTMB World Series in Chamonix. Frédéric Tranchand und Tove Alexandersson geben ihr Debüt bei diesem Rennen und zählen zu den Favoriten.

In einer Zeit, in der sich im Trailrunning alles um den „Ultra“ zu drehen scheint, wollen die Spitzenläufer über diese Distanz ihren tatsächlichen sportlichen Wert unter Beweis stellen. Das Format verlangt, nach langen Anstiegen noch schnell laufen zu können. Die Spezialisten für kurze Trails müssen deshalb Tempo, technisches Können und Ausdauer verbinden. Schwächephasen verzeiht der Kurs nicht.

Tove Alexandersson vor ihrem ersten OCC-Sieg?

Bei den Frauen ist die Schwedin Tove Alexandersson (Team Salomon), 33 Jahre alt, amtierende Weltmeisterin im Short Trail, die klare Favoritin. Nach einer außergewöhnlichen Orientierungslaufkarriere mit 15 Weltmeistertiteln in verschiedenen Kategorien hat sie parallel eine Karriere im Berglauf und Trailrunning aufgebaut. 2025 wurde sie Weltmeisterin, 2026 folgten bereits drei prestigeträchtige Siege: über 50 Kilometer beim Grand Raid Ventoux by UTMB, bei der Zegama und Ende Juni beim Marathon du Mont-Blanc. Wer soll sie beim OCC stoppen?

UPDATE 25.08., 8:00 und 17:00 Uhr : Die große Favoritin Tove Alexandersson fällt für das OCC des UTMB aus. Die Schwedin leidet weiterhin unter den Folgen einer bakteriellen Mageninfektion, die sie sich in Chamonix zugezogen hat. Nach einigen Tagen im Val Cenis mit dem Salomon-Team entschied sie, auf das OCC zu verzichten. Ihr Magen sei noch nicht ausreichend genesen. Der Start erfolgt am Donnerstag um 8:15 Uhr in Orsières. Einige Stunden später gab auch die Schweizerin Maude Mathys ihren Verzicht auf diese Ausgabe bekannt. Sie fällt wegen einer Beckenverletzung aus.

Die erfahrene Schweizerin Judith Wyder (Team Hoka), 2024 und 2025 jeweils Zweite, ist seit Langem auf schnellen und technischen Distanzen zu Hause und könnte nach dem Sieg greifen. Dasselbe gilt für die US-Amerikanerin Lauren Gregory (Team NIKE ACG), die Britin Naomi Lang (Team Salomon), und die US-Amerikanerin Molly Seidel (Team Sad Girl Singletrack Club). Die Marathonläuferin gewann bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 Bronze. Auch die Spanierin Sara Alonso (Team Asics Fuji Trail), 2025 auf Rang vier, wird ein Wörtchen mitreden wollen.

Duell Rémi Bonnet gegen Frédéric Tranchand bei den Männern

Bei den Männern gehört der Schweizer Rémi Bonnet (Team Salomon) zu den Läufern, auf die man achten muss. Auf kurzen Trail-Distanzen ist der geborene Bergläufer eine Macht, vor allem in der Golden Trail Series. Bei seinem letzten OCC-Start 2024 musste er nach einem Sturz aufgeben, obwohl er zu diesem Zeitpunkt in der Spitzengruppe lief. Seine Rückkehr nach Chamonix hat deshalb den Charakter einer Revanche.

Sein härtester Konkurrent könnte der Italiener Francesco Puppi (Team Hoka) sein. Der 50K-Spezialist gewann 2025 die CCC. Doch wird er sich von seinem zweiten Platz beim Ende Juni ausgetragenen Western States Endurance Run 2026 vollständig erholt haben?

Der Franzose Frédéric Tranchand (Team Merrell), 2025 Weltmeister im Short Trail, komplettiert das hochkarätige Favoritentrio. Auch er kommt aus dem Orientierungslauf und knüpfte 2025 nahtlos an seine Erfolge an: Er gewann die SkyRace des Matheysins und Anfang Juni die Trail-Europameisterschaften über 52 km und 2.450 Höhenmeter. Ende Juni wurde er beim Marathon du Mont-Blanc Zweiter. Bei seinem ersten Auftritt bei der UTMB Mont-Blanc-Veranstaltung dürfte der Franzose also ein Ausrufezeichen setzen wollen.

Ein weiterer Franzose im Blickpunkt ist Sylvain Cachard (Team Hoka), der das OCC zu seinem wichtigsten Saisonziel gemacht hat. Anfang August fand der Läufer aus Grenoble bei der Sierre-Zinal mit Rang zwölf und als bester Franzose zu seiner Form zurück. Sein Saisonstart war durch einen Riss in der Aponeurose beeinträchtigt gewesen. Hinter den Favoriten lauern der italienische Vize-Europameister im Trailrunning Daniel Pattis (Team Brooks), der erfahrene Schwede Petter Engdahl (Team adidas Terrex), 2025 Vierter, und der Schweizer Roberto Delorenzi (Team Brooks). Sie alle können in den Kampf um das Podium oder die Top 5 eingreifen.

Der Kurs des OCC wurde für diese Ausgabe leicht verändert. Das Rennen führt über 60 km und 3.500 Höhenmeter. Der Start erfolgt in Orsières südwestlich des Kantons Wallis im Val d’Entremont. Anschließend geht es nach Champex-Lac und weiter nach Trient, weiterhin auf Schweizer Boden.

Die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich wird über den legendären Col de Balme mit seinem grandiosen Panorama auf das Mont-Blanc-Massiv überquert. Nach dem Aufstieg zur Tête de Balme (2.321 m), dem neuen höchsten Punkt des Kurses, laufen die Teilnehmer zunächst auf Schweizer Seite bergab, bevor sie bei Vallorcine wieder nach Frankreich wechseln und zum Col des Posettes aufsteigen. Danach führt die Strecke nach Le Tour und über die kleinen Nordbalkone des Tals ins Ziel nach Chamonix.