Steigungen im Trail richtig einordnen
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Steigungen im Trail richtig einordnen

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Von Linford Dirou

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Wer auf welligem Gelände unterwegs ist, kennt das Spiel: bergauf, bergab, mal mit mehr, mal mit weniger Gefälle. Doch wie wird die Neigung einer Steigung eigentlich angegeben? Und worin unterscheiden sich Prozent und Grad? Wir erklären es.

Jeder kennt die Verkehrsschilder, die vor einem gefährlichen Gefälle warnen oder die Steigung eines Alpenpasses in Prozent angeben. Für Radfahrer sind diese Werte besonders bergauf von Bedeutung, denn die Neigung der Straße ist ein verlässlicher Hinweis auf den Schwierigkeitsgrad. Auch im Trailrunning spielt die Steigung eine entscheidende Rolle: Sie bremst das Vorankommen, beeinflusst den Wechsel vom Laufen zum Gehen und entscheidet mit darüber, wann die Stöcke zum Einsatz kommen. Immer mehr GPS-Uhren zeigen diese Information an, die bei der Einteilung der Kräfte hilft. Trotz ihrer Bedeutung wissen viele jedoch nicht, wie die Neigung einer Steigung berechnet wird. Vor allem werden Prozent und Grad häufig miteinander verwechselt.

Wie berechnet man die Steigung zwischen zwei Punkten in Prozent?

Dafür braucht man zwei Angaben:

  • Die horizontale Entfernung zwischen den Punkten A und B;

  • Den Höhenunterschied zwischen den Punkten A und B.

Auf Verkehrsschildern wird die Steigung in Prozent angegeben. Dafür gilt folgende Formel:

Steigung in Prozent = (Höhenunterschied zwischen A und B / gesamte Entfernung zwischen A und B) × 100

Der Vertical Kilometer am Grand Serre im Département Isère gilt beispielsweise mit 1000 Höhenmetern auf 1,8 km Strecke als einer der steilsten VKs der Welt. Die Steigung berechnet sich so:

(1000 / 1800) × 100 = 55,5

Die durchschnittliche Steigung des VK am Grand Serre beträgt also 55,5 Prozent. Das bedeutet: Auf 100 zurückgelegten Metern gewinnt man 55,5 Höhenmeter. Oder anders gesagt: Pro zurückgelegtem Meter geht es 55,5 Zentimeter nach oben. Das ist, vorsichtig ausgedrückt, eine brutal steile Angelegenheit!

Was ist der Unterschied zur Angabe in Grad?

Prozent sind die gängigste Einheit, um eine Steigung zu beschreiben. Manchmal findet man jedoch auch Angaben in Grad. Und Grad sind etwas völlig anderes als Prozent. Wer bei Mathematik sofort abschaltet, muss jetzt noch einmal kurz durchhalten: Ein paar Grundlagen der Trigonometrie dürften Erinnerungen an die Schulzeit wecken!

Steigung in Prozent = Tangens des Steigungswinkels in Grad × 100

Um die Berechnung zu verstehen, hilft eine kleine Skizze.

Punkt B ist der Fuß des Anstiegs, den du bewältigen musst, zum Beispiel der Start des VK am Grand Serre. Punkt A liegt oben am Anstieg, also am Ziel des VK auf dem Gipfel.

Der Wert L steht für die Strecke, die du vom Start bis ins Ziel zurücklegen musst, in diesem Fall 1,8 km. Der Wert h bezeichnet den positiven Höhenunterschied zwischen B und A, also 1000 m.

Der Wert ⍺ entspricht dem Winkel, den die Steigung mit einer horizontalen Ebene bildet. Um ihn zu berechnen, muss zunächst der Wert l bestimmt werden, also die horizontale Entfernung zwischen B und A.

Kennt man die Steigung in Prozent, lässt sich der Winkel mithilfe der Arkustangens-Funktion im Bogenmaß bestimmen. Ja, jetzt wird es etwas komplizierter:

Steigung in Grad = arctan (Höhenunterschied / horizontale Entfernung)

Abgehängt? Keine Sorge, man muss kein Mathe-Leistungskurs-Ass gewesen sein, um das Wesentliche zu verstehen.

  • Eine Steigung kann in Prozent oder Grad angegeben werden.

  • Eine Steigung von 55 Prozent entspricht nicht einer Steigung von 55 Grad. Erinnern wir uns an den Geometrieunterricht: Ein Winkel von 90 Grad ist ein rechter Winkel, eine Steigung von 90 Grad also eine senkrechte Wand. Dafür braucht man dann statt Trailrunningschuhen eher Klettergurt und Seil!

  • Im Internet gibt es Umrechner, mit denen sich eine Steigung von Prozent in Grad umwandeln lässt und umgekehrt.

  • Gradangaben sind für Steigungen eher selten. Falls du ihnen doch begegnest oder über einen Anstieg sprichst, solltest du Prozent und Grad nicht mehr verwechseln. Am einfachsten ist es, Steigungen und Gefälle immer in Prozent anzugeben. So vermeidest du Missverständnisse, und jeder weiß, wovon du sprichst!

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