Nice Côte d’Azur by UTMB 2026: Die Ergebnisse der fünf Rennformate

LB
Von Luc Beurnaux

Veröffentlicht am Mo., 28. September 2026

Nice Côte d’Azur by UTMB 2026: Die Ergebnisse der fünf Rennformate
© Mateo Sgambato / UTMB

Von den Höhen des Hinterlands von Nizza bis zu den Straßen der Stadt: Die fünf Rennen des Nice Côte d’Azur by UTMB führten an diesem Wochenende 5917 Finisher aus 71 Ländern quer durch die Region. Alle kamen an demselben Ziel an, der Promenade des Anglais.

Von den Höhen des Mercantour über die Landschaften des Hinterlands von Nizza bis zu den Küstenpfaden und den hoch gelegenen Dörfern: Die verschiedenen Formate des Nice Côte d’Azur by UTMB, darunter der Ultra Trail Métropole Nice Côte d’Azur (Kategorie 100 Meilen), der neue Nacht-50K mit Start in Levens bei Einbruch der Dämmerung sowie der 50K von Èze machten die Vielfalt und die Anforderungen der Côte d’Azur eindrucksvoll sichtbar.

Zugleich sorgten sie für enge Zieleinläufe und starke Leistungen. Die Stimmung wurde von den Anfeuerungen des Publikums, dem Einsatz der Helfer und dem Empfang in den durchquerten Gemeinden getragen.

Auf der 100-Meilen-Strecke (165 km und 8900 Höhenmeter) zwischen Auron und Nizza erreichte der Franzose Clément Desille als Erster die Ziellinie auf der Promenade des Anglais. Seine Zeit: 22:27:00 Stunden. Lange hatte er sich die Führung mit Mathieu Delomier geteilt, der nur eine Minute später ins Ziel kam. Die beiden setzten sich früh von ihren Verfolgern ab und beschlossen, so lange wie möglich gemeinsam zu laufen, um eine Richtzeit aufzustellen.

© UTMB
Clément Desilles Sieg über 100 Meilen

Auf den letzten Kilometern zog der Läufer des Team Cimalp das Tempo an und setzte sich ab. Mathieu Delomier, der seit mehreren Stunden von Bauchschmerzen beeinträchtigt war, musste sich mit Platz zwei begnügen. Laurent Mendez komplettierte das Podium.

Es war großartig … Wir haben gemeinsam gekämpft, einen wunderschönen Tag und eine tolle Nacht erlebt.

Clément Desille
Clément DesilleSieger 2026 über 100 Meilen

Bei den Frauen setzte sich die Slowenin Martina Klancnik Potrc durch. Sie war von Beginn an vorne und blieb während des gesamten Rennens an der Spitze. Ihre Zeit: 29:25:52 Stunden. „Ich bin noch nie ein so schwieriges Rennen gelaufen. Nach zehn Stunden brauchte ich bereits Schlaf, insgesamt habe ich fünf- oder sechsmal geschlafen!“, sagte die Siegerin im Ziel. Dahinter belegte die Französin Nanihi Dantin Platz zwei, Marianne Leroux wurde Dritte.

Podium 100 Meilen

Männer

1) Clément Desille (Frankreich): 22:27:00

2) Mathieu Delomier (Frankreich): 22:28:01

3) Laurent Mendez (Frankreich): 23:45:54

Frauen

1) Martina Klancnik Potrc (Slowenien): 29:25:52

2) Nanihi Dantin (Frankreich): 31:26:30

3) Marianne Leroux (Frankreich): 32:03:14

Auf dem 100K, der zwischen Roubion und Nizza ausgetragen wurde (113 km und 5400 Höhenmeter), siegte der Finne Juuso Simpanen in 12:34:58 Stunden vor dem Spanier Genis Porqueras und dem Österreicher Dominik Matt. „Es war ein schwieriges und technisches Rennen, das hat mir gefallen, sagt der Finne. Besonders in den zahlreichen Downhills, die ihm besonders liegen, wusste er seine Stärken auszuspielen.

Bis Utelle (Kilometer 56) lagen die Spitzenreiter noch dicht beieinander, danach wurden die Abstände allmählich größer. Genis Porqueras war als Dritter gestartet und lag zu diesem Zeitpunkt rund zehn Minuten hinter Dominik Matt. Kilometer für Kilometer holte der Spanier auf und sicherte sich schließlich in den letzten Kilometern noch Platz zwei.

Bei den Frauen zeigte die Deutsche Beliana Hilbert ein souveränes Rennen und siegte in 15:13:30 Stunden. Lange hatte sie das Rennen kontrolliert, ehe sie in Tourrette-Levens (Kilometer 86) eine schwierigere Phase durchlief. Sie kämpfte sich jedoch zurück und erreichte als starke 17. im Gesamtklassement das Ziel. Die Französin Nolwen Chauvel wurde Zweite vor der Schweizerin Lisa Gremaud.

Podium 100K

Männer

1) Juuso Simpanen (Finnland): 12:34:58

2) Genis Porqueras (Spanien): 12:54:43

3) Dominik Matt (Österreich): 12:56:53

Frauen

1) Beliana Hilbert (Deutschland): 15:13:30

2) Nolwen Chauvel (Frankreich): 16:20:29

3) Lisa Gremaud (Schweiz): 16:57:32

Der 50K zwischen dem Col d'Èze und Nizza (50 km und 2000 Höhenmeter) war in diesem Jahr besonders stark besetzt. Die technische Strecke verlangte mit zahlreichen kurzen Anstiegen und Tempowechseln einiges ab. Der Franzose Pierre Galbourdin, französischer Meister im kurzen Trail 2026, wartete bis zum letzten großen Anstieg, bevor er das Tempo verschärfte und sich absetzte. In 4:11:45 Stunden lief er zum Sieg. Der Spanier Alex Garcia Carrillo wurde Zweiter vor dem Italiener Andrea Prandi.

Drei Kilometer vor dem Ziel war Alex Garcia auf den falschen Weg abgebogen. Andrea Prandi, der hinter ihm lief, rief ihn zurück und wies ihm die richtige Richtung. Eine starke Fair-Play-Geste mitten in einem besonders umkämpften Rennen.

Bei den Frauen siegte die Isländerin Andrea Kolbeinsdottir in 4:43:31 Stunden und belegte zudem Rang neun im Gesamtklassement. Die Isländerin zeigte sich mit ihrem Rennen zufrieden und betonte, sie habe ihre Kräfte auf einer Strecke, die kaum Erholungspausen zuließ, gut eingeteilt. Hinter ihr wurde die Spanierin Julia Font Gomez Zweite vor der Italienerin Martina Bilora.

Podium 50K Èze

Männer

1) Pierre Galbourdin (Frankreich): 4:11:45

2) Alex Garcia Carrillo (Spanien): 4:15:51

3) Andrea Prandi (Italien): 4:15:59

Frauen

1) Andrea Kolbeinsdottir (Island): 4:43:31

2) Julia Font Gomez (Spanien): 5:12:39

3) Martina Bilora (Italien): 5:16:20

Das neue Nachtformat 50K (39 km und 1390 Höhenmeter) startete am Freitag bei Einbruch der Dunkelheit in Levens und bot den Läufern einen ungewöhnlichen Zieleinlauf: Mit Stirnlampen ging es auf die Promenade des Anglais. Der Franzose Joris Ougier ging das Rennen zunächst vorsichtig an, übernahm dann nach und nach die Führung und siegte in 3:12:34 Stunden vor dem Marokkaner Omar Ezacriti und dem Dänen Oscar Simonsen.

Bei den Frauen setzte sich die Französin Manon Gaydon in 4:21:38 Stunden durch. Dahinter folgten die Dänin Anne Sofie Sehested und die Deutsche Sophia Bolte.

Podium 50K Levens

Männer

1) Joris Ougier (Frankreich): 3:12:34

2) Omar Ezacriti (Marokko): 3:22:40

3) Oscar Simonsen (Dänemark): 3:24:34

Frauen

1) Manon Gaydon (Frankreich): 4:21:38

2) Anne Sofie Sehested (Dänemark): 4:23:20

3) Sophia Bolte (Deutschland): 4:29:16

Zum Abschluss des Wochenendes ging es auf dem Saint-Jean-Cap-Ferrat-Nice (23 km und 680 Höhenmeter). Der Franzose Corentin Chouvelon siegte in 1:45:55 Stunden bei einem Schnitt von 13,4 km/h. Der Franzose ist eigentlich Triathlet und betreibt erst seit einem Jahr Trailrunning. Hier feierte er seinen ersten Sieg über diese Distanz. Wie angekündigt lieferte er sich ein mano a mano mit Morgan Le Tennier, der Zweiter wurde. Er bestätigte damit seine Qualitäten auf kurzen Distanzen, nachdem er in diesem Jahr bereits Platz zwei beim 20K des Trail du Saint-Jacques by UTMB belegt hatte. Léo Morgana komplettierte das Podium der Männer.

Bei den Frauen blieben die Abstände bis ins Ziel äußerst knapp. Die Britin Emilia Platt siegte in 2:08:15 Stunden. Gleich nach dem Start verschaffte sie sich mit einer Minute Vorsprung auf ihre Verfolgerin Julie Hoareau etwas Luft. Hoareau wurde Zweite vor Aurélie Delattaignant. Die drei Erstplatzierten trennten weniger als zwei Minuten, was den umkämpften Charakter des letzten Rennens an diesem Wochenende unterstrich.

Podium 20K

Männer

1) Corentin Chouvelon (Frankreich): 1:45:55

2) Morgan Le Tennier (Frankreich): 1:47:45

3) Léo Morgana (Frankreich): 1:49:57

Frauen

1) Emilia Platt (Großbritannien): 2:08:15

2) Julie Hoareau (Frankreich): 2:09:07

3) Aurélie Delattaignant (Frankreich): 2:09:55