Trail Test Camp: Unsere Auswertungen der Trailrunning-Schuhtests in der Kategorie All Mountain

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Von La rédaction

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Trail Test Camp: Unsere Auswertungen der Trailrunning-Schuhtests in der Kategorie All Mountain

Beim ersten von Finishers und MY TRAILS veranstalteten „Trail Test Camp“ kamen vom 18. bis 21. Mai in Le Lioran im Cantal 20 Läuferinnen und Läufer zusammen, jeweils zehn Frauen und Männer aller Leistungsstufen. Ihr Auftrag: die besten Trailrunning-Schuhe auf dem Markt unabhängig testen, vergleichen und bewerten. Hinter dem ambitionierten Konzept steckt eine einfache, aber radikale Idee: Bei der Produktbewertung sollen wieder der Untergrund und das Laufgefühl im Mittelpunkt stehen. Aus den Rückmeldungen der unterschiedlichen Testprofile entstanden Auswertungen zu jedem Schuh in den Kategorien Gravel-All Round, Ultra, All Mountain und Race. Den dritten Teil bildet die Kategorie All Mountain.


► KATEGORIE: ALL MOUNTAIN

Vielseitige Schuhe für unterschiedlichste Untergründe, von welligen, schnellen Wegen bis zu technischen Bergtrails. Trailrunning-Schuhe der Kategorie All Mountain verbinden Komfort, Dynamik und Schutz, um für jede Distanz und nahezu jede Situation gerüstet zu sein.


AUSWERTUNG – SCOTT KINABALU TRAIL

➜ Der Scott Kinabalu Trail gehört in der Kategorie All Mountain zu den leichten, dynamischen Schuhen und setzt auf Agilität und Energierückgabe auf unterschiedlichsten Trails.

Schon beim Hineinschlüpfen vermittelt der Schuh ein unmittelbar komfortables Gefühl, das von vielen Testern wegen der dünnen, flexiblen Zunge, die sich präzise an den Spann legt, als „sockenartig“ beschrieben wird. Der Leisten fällt im Zehenbereich großzügig aus und bietet dem Vorfuß viel Platz. Das erhöht den Komfort auf langen Läufen, ohne dass der insgesamt präzise Sitz verloren geht. Ein wiederkehrender Kritikpunkt betrifft die Schnürung: Fast die Hälfte der Tester empfindet die Schnürsenkel als zu dünn und rutschig, wodurch ein optimaler, dauerhaft stabiler Halt schwieriger wird. Einige wenige Rückmeldungen berichten zudem von möglichem Druck am Schaftrand.

In Bewegung zählen das geringe Gewicht und die Dynamik zu den klaren Stärken des Modells, was mehr als zwei Drittel der Tester bestätigen. Die eher straffe Dämpfung liefert eine effiziente Energierückgabe und macht den Schuh bei Beschleunigungen auf flachen oder ansteigenden Abschnitten besonders spritzig und reaktionsfreudig. Dazu kommt ein verlässlicher Grip: Die Außensohle mit ihrem ausgeprägten Profil sorgt auf verschiedensten Untergründen, auch auf weichen und nassen Böden, für gute Traktion und das nötige Vertrauen bei der Fußplatzierung.

Sitz und Stabilität werden auf den meisten Untergründen als zufriedenstellend bewertet. Die bodennahe Konstruktion unterstützt eine präzise Fußplatzierung. Auf sehr steilen oder stark geneigten, technischen Trails stößt die Stabilität jedoch an Grenzen: Der weiche Schaum und das dünne Obermaterial können dazu führen, dass der Fuß im Schuh leicht schwimmt. Beim Schutz zeigt der Schuh für seine Kategorie eine deutliche Schwäche. Mehr als die Hälfte der Tester vermisst seitliche Verstärkungen und bewertet die Zehenkappe als zu minimalistisch oder zu wenig abdeckend. Das spart Gewicht und verbessert die Atmungsaktivität des Meshs, setzt den Fuß in Geröllfeldern und stark verblocktem Berggelände aber direkten Schlägen stärker aus.

Der Scott Kinabalu Trail richtet sich an leichte bis mittelschwere Läufer, die für Distanzen von 10 bis 50 Kilometern einen agilen und leistungsfähigen Schuh suchen. Sein dynamisches Profil und das sehr direkte Bodengefühl machen ihn zu einer guten Wahl für erfahrene Trailrunner, die auf abwechslungsreichen Wegen ihr Tempo optimieren wollen und dafür Abstriche beim Schutz auf besonders ruppigen Hochgebirgstrails akzeptieren.




AUSWERTUNG – BROOKS CASCADIA 20

➜ Der Brooks Cascadia 20 ist ein vielseitiger Schuh der Kategorie Trail/All Mountain und soll auf abwechslungsreichen Strecken Schutz und Komfort ausbalancieren.

Schon beim Anziehen überzeugt der Schuh mit hohem Einstiegscomfort, den die große Mehrheit der Tester als weich und angenehm beschreibt. Die großzügige Polsterung an Schaft und Ferse sorgt für ein sanftes Hineinschlüpfen und ein sofort komfortables Gefühl. Die flachen Schnürsenkel laufen durch eine elastische Schnürsenkeltasche an der Zunge und gewährleisten zunächst einen zuverlässigen Halt. Der Leisten ist allerdings eher schmal geschnitten. Ein Teil der Nutzer empfindet die Zehenbox als eng: Das erhöht die Präzision, kann für breitere Füße aber zulasten des Komforts gehen.

Bei der Stabilität und beim Halt im Lauf zeigt das Modell eine Schwäche. Auf schnellen, wenig anspruchsvollen Trails wird der Halt als ordentlich bewertet, doch mehr als die Hälfte der Rückmeldungen berichtet von deutlich weniger Stabilität, sobald der Untergrund technisch oder seitlich geneigt wird. Am Sprunggelenk fehlt auf instabilen Passagen mitunter Unterstützung, was das Vertrauen im Hochgebirge mindert. Das Laufverhalten der Sohle wird dagegen für seinen Kompromiss aus Komfort und Dynamik gelobt: Auf flachen und ansteigenden Abschnitten ermöglicht der Schuh ein flüssiges, energisches Abrollen, unterstützt durch eine ausgeprägte Rocker-Geometrie im Vorfuß.

Grip und Traktion gehören zu den großen Stärken des Brooks Cascadia 20. Die Außensohle mit wirksamem Profil und Vibram-Technologie greift auf vielen Untergründen zuverlässig, auch in Geröll und auf weichen Böden. Auch der Fußschutz überzeugt: Eine stabile Zehenkappe deckt den Vorfuß gut ab, während die Sohlendicke Unebenheiten und Felskontakt effektiv herausfiltert. Das Mesh wird bei warmem Wetter mitunter als dick und wenig atmungsaktiv beschrieben, trägt aber zur Stabilität und Robustheit des Schafts bei.

Der Cascadia 20 ist eine vielseitige Lösung für Läufer aller Leistungsstufen, die für Distanzen von 20 bis 60 Kilometern einen stabilen und robusten Schuh suchen. Seine schützende Dämpfung und der technische Grip prädestinieren ihn für Mittelgebirgstrails und wechselnde Untergründe. Wer hohen Komfort und gute Dämpfung über lange Zeit schätzt, muss allerdings die eingeschränkte Stabilität auf sehr steilen Trails in Kauf nehmen.



AUSWERTUNG – ASICS TRABUCO 14

➜ Der Asics Trabuco 14 ist ein vielseitiger Trailrunning-Schuh der Kategorie All Mountain, der Bodendämpfung und Komfort über reine Performance stellt.

Schon beim Anziehen fällt der hohe Einstiegskomfort auf. Der großzügig gepolsterte Schaft und die dicke Zunge schützen den Spann wirksam vor Druckstellen. Das sockenartige Tragegefühl gehört zu den klaren Eigenschaften des Modells und wird von der großen Mehrheit der Nutzer bestätigt. Die flachen Schnürsenkel halten den Fuß zunächst zuverlässig; eine praktische elastische Schlaufe nimmt die Schnürsenkel auf. Der Leisten bietet viel Volumen, besonders im Zehenbereich. Das ist für breite Füße angenehm, kann Läufern mit Wunsch nach einem engeren Sitz aber ein etwas schwammiges Gefühl vermitteln.

Bei Halt und Stabilität im Lauf liegt die wichtigste technische Schwäche des Modells. Das weiche Mesh und der flexible Zwischensohlenschaum bieten seitlich nur wenig Unterstützung. Auf technischen, geneigten Trails und in Geröll wirkt der Schuh deshalb deutlich instabil: Die Ferse sitzt nicht immer sicher, der Fuß kann im Schuh wegkippen. Sobald das Gelände anspruchsvoller wird, muss das Tempo entsprechend sinken. Eine messerscharfe Präzision der Tritte im Hochgebirge ist damit nicht seine Stärke.

Beim Laufgefühl setzt der Asics Trabuco 14 eher auf ein flüssiges Abrollen als auf explosive Beschleunigung. Die weiche, angenehme Dämpfung kommt gut an, die Reaktionsfreude bleibt jedoch moderat. Das macht den Schuh vor allem für gleichmäßiges Tempo interessant. Grip und Traktion sind dagegen klare Stärken: Das Profil greift auf vielen Untergründen, auch auf matschigem Boden und nassem Fels, zuverlässig. Die Zehenkappe schützt die Front, doch das dünne Obermaterial wirft mit Blick auf die Abriebfestigkeit in technischem Gelände Fragen auf.

Der Trabuco 14 eignet sich für Läufer aller Gewichtsklassen, die auf befestigten oder welligen Wegen einen Schuh für mittlere bis lange Läufe suchen. Seine schützende Dämpfung und der hohe Komfort kommen Trailrunnern entgegen, die auf trockenem oder mäßig technischem Untergrund Ausdauer und Fußschutz priorisieren und dafür Abstriche bei Reaktionsfreude und der auf anspruchsvollen Bergtrails nötigen Stabilität machen.



AUSWERTUNG – KIPRUN KIPCLIMB MAX

➜ Der Kiprun Kipclimb Max ist ein robuster All-Mountain-Schuh, der speziell für Sicherheit und Schutz in anspruchsvollem Berggelände entwickelt wurde.

Bereits im Stand fallen die massive Konstruktion und das hochwertige Obermaterial auf, die sofort ein komfortables, von mehreren Testern mit einem Hausschuh verglichenes Gefühl vermitteln. Der umschließende Schaft liegt präzise am Knöchel an, erschwert durch seine integrierte Konstruktion aber das Hineinschlüpfen. Die Schnürung erfüllt ihre Haltefunktion, kann bei festem Anziehen jedoch an den oberen Ösen und an der Zunge Druckstellen verursachen. Der Innenraum, besonders im Vorfuß, ist großzügig geschnitten und eignet sich auch für kräftigere Füße oder länger anhaltende Schwellungen.

In Bewegung zählen Halt und Stabilität zu den klaren Stärken. Der steife Schaft sichert die Tritte in Querungen und instabilen Passagen und vermittelt eine beruhigende Präzision. Diese Robustheit bringt allerdings ein hohes Gewicht mit sich, das Dynamik und Reaktionsfreude auf schnellen Abschnitten bremst. Dank der deutlich ausgeprägten Rocker-Geometrie rollt der Schuh flüssig ab, bei schnellen Beschleunigungen fehlt ihm jedoch etwas Spritzigkeit. Der dichte Schaum filtert Stöße stärker, als dass er Energie zurückgibt.

Der Grip gehört zu den großen Stärken des Kiprun Kipclimb Max. Die aggressiven Stollen greifen auf weichem Boden, nassem Gras und Schlamm zuverlässig und werfen Schmutz effektiv ab. Auf trockenem Untergrund bleibt die Traktion stark, auf glattem, nassem Fels liegt die Haftung im Vergleich zu manchen Premium-Gummimischungen leicht zurück. Der Gesamtschutz ist ausgezeichnet: Die massive Zehenkappe und die innere Schaftstruktur schützen den Fuß vor frontalen und seitlichen Schlägen, während die dicke Sohle Unebenheiten ausgleicht. Das Mesh ist allerdings nur mäßig atmungsaktiv und kann bei hohen Temperaturen auf langen Läufen Wärme stauen.

Der Kipclimb Max ist eine überzeugende Wahl für Trailrunner, die in technischem Gelände einen stabilen, schützenden und langlebigen Schuh suchen. Er eignet sich für Läufer aller Staturen und mittlere bis lange Distanzen bis 70 Kilometer, wenn Sicherheit und Grip in wildem Gelände wichtiger sind als maximale Geschwindigkeit.



AUSWERTUNG – MERRELL AGILITY PEAK 6

➜ Der Merrell Agility Peak 6 ist ein vielseitiger All-Mountain-Schuh für technische Bergtrails und unterschiedlichste Anforderungen.

Der Einstieg fällt ausgewogen aus: Der Schuh verbindet unmittelbaren Komfort mit einem präzisen Sitz, der von der Mehrheit der Tester an das Gefühl eines Hausschuhs erinnert. Die flachen Schnürsenkel erlauben eine genaue Anpassung und werden durch eine funktionale elastische Schlaufe gesichert. Einige Nutzer schätzen den präzisen Sitz, doch der Vorfuß ist für breite Füße mitunter zu knapp bemessen. Einzelne Rückmeldungen berichten außerdem von einem erschwerten Einstieg durch die Konstruktion des Schafts.

Im Lauf sitzt der Fuß insgesamt sicher und erlaubt eine präzise Platzierung in steilen Passagen. Die Stabilität wird von vielen Testern als gut bewertet und vermittelt auf unterschiedlichsten Profilen Sicherheit. In sehr technischem Geröll zeigt die seitliche Stabilität jedoch Grenzen: Rund ein Drittel der Rückmeldungen berichtet von einem instabilen Gefühl oder einer Ferse, die sich löst. Als Ursachen werden eine teils zu hohe Plattform im Rückfuß und ein unter dem Fußgewölbe nicht ausreichend stützender Schaum genannt.

Der Agility Peak 6 läuft reaktionsfreudig und agil und erleichtert Beschleunigungen sowie ein hohes Tempo bergauf. Die Rocker-Geometrie im Vorfuß unterstützt einen flüssigen Schritt. Auf sehr schnellen Abschnitten fehlt ihm laut einigen Testern allerdings etwas Effizienz, weil die Sohle eher filtert als auf maximale Geschwindigkeit ausgelegt ist. Der Grip ist die größte Stärke des Modells: Die Außensohle greift auf weichem Boden, Gras und nassem Fels zuverlässig. Eine robuste Zehenkappe und die dicke Sohle schützen den Fuß vor Unebenheiten. Auch die Atmungsaktivität des Meshs wird bei langen Belastungen positiv hervorgehoben.

Der Merrell Agility Peak 6 richtet sich an leichte bis mittelschwere Läufer, die für Distanzen vom kurzen Format bis zum Ultralauf über 80 bis 100 Kilometer einen agilen und schützenden Schuh suchen. Seine Vielseitigkeit und der starke Grip passen zu technischen Bergtrails, auf denen Einsatz und zuverlässige Dämpfung gefragt sind.



AUSWERTUNG – NEW BALANCE REBEL TRAIL

➜ Der New Balance Rebel Trail ist ein leichter, dynamischer All-Mountain-Schuh, der auf wenig anspruchsvollen Trails vor allem Tempo und Agilität bietet.

Beim Anziehen überzeugt der Schuh mit hohem Komfort, einem weichen Innenschuh und einer großzügig gepolsterten Zunge, die den Spann vor dem Druck der Schnürsenkel schützt. Das Innenvolumen ist gut ausbalanciert; die Zehenbox lässt den meisten Nutzern angenehm viel Bewegungsfreiheit. Die flachen Schnürsenkel sorgen zunächst für ordentlichen Halt. Ihre übermäßige Länge und die fehlende Verstauungsmöglichkeit erfordern beim Laufen jedoch Aufmerksamkeit, damit sie nicht hängen bleiben.

Das Laufverhalten ist von hoher Reaktionsfreude und geringem Gewicht geprägt, was auf schnellen Abschnitten ein hohes Tempo begünstigt. Der Schuh gibt bei Beschleunigungen effizient Energie zurück. Sobald das Gelände anspruchsvoller wird, lässt die Stabilität jedoch nach: Rund ein Drittel der Tester berichtet von unzureichendem seitlichem Halt in Querungen und einem Sprunggelenk, dem auf unebenem Untergrund Unterstützung fehlt. In technischem Gelände bewegt sich der Fuß zudem mitunter im Schuh.

Der technische Trumpf des New Balance Rebel Trail ist sein Grip. Die Vibram-Außensohle mit tiefen Stollen greift auf weichen Böden, nassem Gras und Schlamm zuverlässig. Beim Schutz liegt die Schwäche des Modells: Die zu weiche Zehenkappe schützt die Zehen in Geröllfeldern nur eingeschränkt vor frontalen Schlägen. Die dünne Vorfußsohle filtert Unebenheiten ebenfalls nur begrenzt, sodass spitze Steine deutlich durchkommen. Das schränkt den Einsatz im Hochgebirge ein. Das Mesh ist dagegen ausreichend atmungsaktiv und reguliert Feuchtigkeit auf wechselnden Strecken gut.

Der Rebel Trail richtet sich an leichte bis mittelschwere Läufer, die für dynamische Läufe auf welligen oder wenig technischen Trails einen agilen, komfortablen Schuh suchen. Seine Stärken spielt er auf Distanzen von 20 bis 60 Kilometern aus. Wer ein direktes Bodengefühl und Dynamik bevorzugt, muss dafür auf starkem Berggelände auf robusten Schutz verzichten.



AUSWERTUNG – ON CLOUDULTRA 3

➜ Der On Cloudultra 3 ist ein vielseitiger All-Mountain-Schuh, der auf unterschiedlichsten Berguntergründen Schutz und Stabilität verbinden soll.

Beim Anziehen fällt der hohe Einstiegskomfort auf, den mehr als die Hälfte der Tester mit dem Gefühl eines Hausschuhs vergleicht. Die Schnürung sorgt für den grundlegenden Halt; die Zunge bleibt zuverlässig an ihrem Platz, eine elastische Schlaufe nimmt die Schnürsenkel auf. Der Leisten bietet viel Volumen, besonders im Zehenbereich, was auf langen Läufen angenehm ist, bei schmalen Füßen aber zulasten der Präzision gehen kann. Zwei Details verdienen Beachtung: Die deutliche Unterstützung unter dem Fußgewölbe und der hoch zur Knöchelpartie gezogene Schaft können bei bestimmten Fußformen Druckstellen oder Unbehagen verursachen.

Im Lauf gehören Halt und Stabilität zu den Stärken des Modells und vermitteln auf unebenem Boden Sicherheit. Die Sohlenkonstruktion unterstützt dank der ausgeprägten Rocker-Geometrie im Vorfuß ein flüssiges Abrollen und hilft, das Tempo zu halten. Bergauf und auf verblocktem Gelände zeigt sich der Schuh dynamisch. Auf flachen oder sehr schnellen Passagen wirkt er jedoch etwas steif und wenig spritzig; dort macht sich sein Gewicht stärker bemerkbar.

Grip und Haftung fallen je nach Bedingungen unterschiedlich aus. Auf trockenem, technischem Untergrund arbeitet die Außensohle präzise und zuverlässig. Auf nassen, matschigen oder verschneiten Flächen fehlt den Stollen laut einigen Testern dagegen Biss. Eine robuste Zehenkappe und das widerstandsfähige Gewebe des Meshs schützen den Fuß und filtern Unebenheiten gut. Die Wabensohle dämpft Schläge, allerdings kann die geringe Vorfußhöhe auf stark verblockten Abschnitten eine anspruchsvollere Fußplatzierung erfordern.

Der Cloudultra 3 richtet sich an leichte bis schwere Läufer, die für Training und Wettkampf auf mittleren bis langen Distanzen von 40 bis 100 Kilometern einen zuverlässigen, schützenden Schuh suchen. Auf abwechslungsreichen, wenig technischen Bergtrails spielt er seine Stärken bevorzugt bei trockenem Wetter aus. Stabilität und Laufkomfort stehen dabei über maximaler Performance.



AUSWERTUNG – SALOMON ULTRA GLIDE 4

➜ Der Salomon Ultra Glide 4 ist ein stark gedämpfter All-Mountain-Schuh, der Gehkomfort und Bodendämpfung über technische Performance stellt.

Beim Anprobieren überzeugt der Ultra Glide 4 mit hohem Komfort. Eine große Mehrheit der Tester beschreibt das Tragegefühl als sockenartig. Der weiche Schaft und die besonders dicke, gepolsterte Zunge verhindern Druckstellen beim Festziehen der Schnürung. Das Quicklace-System ist schnell und unkompliziert, wird aber unterschiedlich bewertet: Es erleichtert das Anziehen, erlaubt am Mittelfuß jedoch nicht immer eine präzise Abstufung der Druckverteilung. Der Innenraum ist großzügig und lässt den Zehen viel Bewegungsfreiheit. Einzelne Rückmeldungen empfinden den mittleren vorderen Bereich des Schafts dennoch als eng.

Bei Halt und Stabilität liegt die größte Schwäche des Modells. Eine Mehrheit der Tester berichtet von deutlicher Instabilität, besonders in Querungen und auf unebenem Untergrund wie Geröll. Die Kombination aus hoher Schaumstoffschicht und eher weicher Sohlenmischung beeinträchtigt die Präzision und das Vertrauen bei der Fußplatzierung. Der seitliche Halt wird von einigen Testern als unzureichend bewertet, weil das Obermaterial zu dünn und zu wenig stützend ausfällt, um in anspruchsvollem Berggelände eine konsequente Führung zu gewährleisten.

Beim Laufgefühl setzt der Ultra Glide 4 auf flüssiges Abrollen im Ausdauerbereich und weniger auf explosive Beschleunigung. Rund die Hälfte der Rückmeldungen nennt fehlende Spritzigkeit und ein gewisses Schwerfälligkeitsgefühl auf schnellen Wegen. Der Schuh eignet sich daher eher für gleichmäßiges Tempo oder zügiges Gehen. Grip und Traktion sind dagegen klar bestätigt: Das Profil bietet auf vielen Untergründen sicheren Halt. Die üppige Dämpfung filtert Unebenheiten hervorragend, der physische Schutz vor frontalen Schlägen ist wegen einer wenig steifen Zehenkappe und des exponierten Meshs jedoch ausbaufähig.

Der Salomon Ultra Glide 4 richtet sich an Läufer aller Staturen, besonders an schwerere oder weniger erfahrene Trailrunner, die auf mittleren bis langen Distanzen von 30 bis 70 Kilometern maximale Bodendämpfung suchen. Sein Komfort und die schützende Dämpfung passen zu Waldwegen und befestigten, wenig technischen Trails, auf denen Fußschutz wichtiger ist als maximale Performance.



AUSWERTUNG – X-BIONIC TERRASKIN X01

➜ Der X-Bionic Terraskin X01 ist ein robuster All-Mountain-Schuh für konsequente Stabilität und maximalen Schutz auf technischen Bergtrails.

Schon beim Einstieg fällt der sockenartige Schaft auf, der den Fuß unmittelbar eng umschließt. Der hohe, als integrierte Gamasche ausgeführte Schaft stabilisiert den Knöchel und hält Fremdkörper fern. Das erhöht für die meisten Tester den anfänglichen Komfort. Die Konstruktion hat aber auch Grenzen: Weil eine klassische Zunge fehlt, lässt sich die Schnürung nicht immer präzise anpassen. Bei festem Anziehen können am Spann Druckstellen entstehen.

In Bewegung gehören Halt und Stabilität zu den großen Stärken. Die ausgeprägte seitliche Steifigkeit verhindert ein Wegknicken und sichert die Tritte in Querungen und instabilen Passagen. Eine massive Zehenkappe und die seitlich hochgezogene Sohle schützen den Fuß in Geröll vor frontalen und seitlichen Schlägen. Die Kehrseite ist die geringe Flexibilität: Mehr als 60 Prozent der Tester empfinden den Schuh als steifen Block mit wenig natürlicher Biegung, was auf weniger ruppigem Untergrund unangenehm werden kann.

Dynamik und Reaktionsfreude werden durch das hohe Gewicht und die straffe Dämpfung begrenzt. Viele Rückmeldungen berichten von einem wenig flüssigen Laufgefühl, das energische Beschleunigungen auf schnellen Abschnitten erschwert. Die Sohle filtert Unebenheiten wirksam, gibt aber nur mäßig Energie zurück. Einige Tester empfinden die Dämpfung unter der Ferse als hart, was auf langen Distanzen zu stärkerer muskulärer Ermüdung führen kann. Der Grip gehört dennoch zu den klaren Stärken: Tiefe, ausgeprägte Stollen greifen auf weichen und rutschigen Böden zuverlässig. Auf nassem Fels kann die Haftung punktuell nachlassen.

Der Terraskin X01 richtet sich an mittelschwere bis schwere Läufer und an Trailrunner, für die Sicherheit und Stabilität im anspruchsvollen Berggelände an erster Stelle stehen. Seine langlebige Konstruktion und der hohe Schutz machen ihn für technische Läufe mittlerer Distanz interessant, bei denen Halt und Robustheit wichtiger sind als Tempo.