Vincent Bouillard gewinnt Western States 100 mit historischem Rekord

LR
Von La rédaction

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Vincent Bouillard gewinnt Western States 100 mit historischem Rekord
© Hilary Ann Yang / WS100

Vincent Bouillard hat die Western States 100 in der Sierra Nevada eindrucksvoll gewonnen. Nach 13:46:15 Stunden pulverisierte er den Rekord des prestigeträchtigen US-Klassikers um 23 Minuten. Der gebürtige Annecyer ist damit der erste Franzose in der Siegerliste des kalifornischen Rennens. Thomas Cardin glänzte auf den 161 Kilometern und 5.500 Höhenmetern mit Platz vier und blieb ebenfalls unter der bisherigen Bestzeit.

Wir waren überzeugt, dass sein Triumph beim UTMB kein einmaliger Ausreißer bleiben würde. Sagen wir es ruhig deutlich: Vincent Bouillard hat mit seinem Sieg bei der 53. Ausgabe der Western States 100 eine der schönsten Seiten im französischen Ultralauf geschrieben. Das Rennen zählt neben dem UTMB (Chamonix), der Diagonale des Fous (La Réunion) und der Hardrock (Colorado) zu den vier großen Mythen des Trailrunning. Nach dieser gewaltigen Leistung strahlte er im Stadion der Placer High School in Auburn über das ganze Gesicht. Kein Wunder.

Nach einer außergewöhnlichen Reise durch die Canyons und Flüsse der Sierra Nevada überquerte der 32-Jährige als Erster die Ziellinie. Mit 13:46:15 Stunden blieb er deutlich unter dem Rekord von Jim Walmsley (14:09:28 im Jahr 2019). Das Mitglied des HOKA Team Trail Elite, für dessen Marke er seit 2016 als Mitarbeiter tätig ist und aktuell als Produktentwickler arbeitet, war im vergangenen Jahr bei Kilometer 125 ausgestiegen und erteilte dem Schicksal damit eine eindrucksvolle Absage. Vincent Bouillard ist erst der vierte Mann, der sowohl den UTMB als auch die Western States gewinnen konnte. Er reiht sich damit neben den Stars Kilian Jornet, Jim Walmsley und Tom Evans ein. Zwei von ihnen standen am Samstag sogar am Start: Jornet, der die Western States 2011 gewann, und Walmsley, viermaliger Sieger des Rennens (2018, 2019, 2021 und 2024). Beide gaben schließlich auf.

Bei warmem, aber nicht drückend heißem Wetter setzte sich Vincent Bouillard gegen den Italiener Francesco Puppi (13:51:08) und den US-Amerikaner Ryan Montgomery (13:53:55) durch. Auch sie blieben unter der alten Bestmarke, was das extrem hohe Tempo dieser Ausgabe unterstreicht. Bei seinem Western-States-Debüt lief Thomas Cardin, Trail-Europameister von 2024, in 14:07:58 auf einen glänzenden vierten Platz. Auch er hätte den neuen Rekord knacken können.

Dass bei einem Rennen gleich mehrere Rekorde fallen, kommt nur selten vor. Die Western States brachte diesmal gleich zwei Bestmarken zu Fall. Bei den Frauen setzte sich die US-Amerikanerin Jennifer Lichter in 15:28:05 vor ihrer Teamkollegin Riley Brady (15:42:14) und der Kanadierin Marianne Hogan (15:51:44) durch. Auch der Rekord von Courtney Dauwalter, die seit 2023 mit 15:29:33 an der Spitze stand, ist damit Geschichte.