Wildstrubel by UTMB 2026: Alle Ergebnisse der Rekordausgabe
Veröffentlicht am Di., 15. September 2026
Rekordbeteiligung, eine neue Bestzeit beim Wild 110 und ein gelungenes Debüt des Wild Glacier Marathon: Die Ausgabe 2026 des Wildstrubel by UTMB hat dem Rennen ab Crans-Montana ein neues Kapitel hinzugefügt.
Vom 10. bis 13. September hat die fünfte Ausgabe des Wildstrubel by UTMB mit einer Rekordzahl von 8500 Läuferinnen und Läufern aus 92 Ländern einen neuen Meilenstein erreicht. Das entspricht einem Zuwachs von 21 Prozent gegenüber 2025. Die Jubiläumsausgabe brachte außerdem einen neuen Streckenrekord beim Wild 110 und ein gelungenes Debüt des Wild Glacier Marathon, der 1000 Teilnehmende an den Start lockte.
Mit einem Frauenanteil von 26 Prozent und einem international hochkarätig besetzten Feld brachte das Rennen erneut eine weltweite Community im Herzen der Walliser Alpen zusammen. Die Landschaft entsprach dabei ganz dem Bild, das man sich von dieser Seite der Schweiz macht: perfekt gepflegte Alpweiden, freie Sicht auf die Viertausender des Wallis, sorgfältig bewahrte Landschaften im Berner Oberland und eine karge Hochgebirgswelt im Wildstrubelmassiv.
Strecken, die das Wallis und das Berner Oberland in Szene setzen
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Strecken, die fünf Destinationen verbinden: Crans-Montana, Leukerbad, Kandersteg, Lenk und Adelboden. Sie schaffen eine echte Verbindung zwischen dem Wallis und dem Berner Oberland. Die Läuferinnen und Läufer durchqueren zwei Kantone, zwei Sprachräume und zwei Bergwelten. Genau darin liegt eine der großen Stärken des Wildstrubel by UTMB. Die stabilen Bedingungen ermöglichten es, die vertrauten Strecken beizubehalten, und boten das gesamte Wochenende über den idealen Rahmen für Spitzenleistungen.
Neue Bestzeit beim Wild 110
Der Schweizer Gian Marchet Schicktanz gewann den Wild 110 über 113 Kilometer und 6600 Höhenmeter in 12:00:00 Stunden. Damit stellte er einen neuen Streckenrekord auf und unterbot die bisherige Bestmarke von 13:01:01 um mehr als eine Stunde. Nachdem er 2025 bereits den Wild 70 gewonnen hatte, feierte der Schweizer nun seinen zweiten Sieg in Folge beim Wildstrubel, diesmal auf der Königsdistanz.
Er verwies den Italiener Andreas Reiterer und den Belgier Charles Van Tiggelen auf die Plätze. Die drei Männer lagen im Ziel nur wenige Minuten auseinander. Bei den Frauen setzte sich die Polin Agnieszka Dygacz vor der Französin Magali Mellon und der Finnin Marjo Liikanen durch. Die Siegerin erarbeitete sich einen Vorsprung von 17 Minuten auf ihre nächste Verfolgerin, während zwischen den drei Erstplatzierten des Frauenrennens weniger als eine Stunde lag. Bevor sie zum Trailrunning wechselte, vertrat Dygacz Polen 2012 in London und 2016 in Rio über 20 Kilometer im Gehen bei den Olympischen Spielen.
DIE PODIEN DES WILD 100
Männer
1) Gian Marchet Schicktanz (Schweiz): 12:00:00
2) Andreas Reiterer (Italien): 12:10:34
3) Charles Van Tiggelen (Belgien): 12:27:50
Frauen
1) Agnieszka Dygacz (Polen): 14:44:43
2) Magali Mellon (Frankreich): 15:02:15
3) Marjo Liikanen (Finnland): 16:08:31
Dreifacher französischer Erfolg beim Wild 70
Die Französinnen und Franzosen glänzten auf der 70-Kilometer-Distanz mit 4600 Höhenmetern. Bei den Frauen gab es einen Dreifachsieg: Es gewann Agathe Bes vor der ehemaligen Triathletin Alexandra Cassan-Ferrier und Lucile Germain.
Bei den Männern setzte sich Dimitri Jean Morel durch, Thibaut Garrivier wurde Dritter. Nur der zweitplatzierte Pole Karol Matissek sprach auf diesem Podium kein Französisch.
DIE PODIEN DES WILD 70
Männer
1) Dimitri Jean Morel (Frankreich): 7:08:38
2) Karol Matissek (Polen): 7:09:54
3) Thibaut Garrivier (Frankreich): 7:10:52
Frauen
1) Agathe Bes (Frankreich): 8:07:10
2) Alexandra Cassan-Ferrier (Frankreich): 8:12:47
3) Lucile Germain (Frankreich): 8:23:28
Enges Duell beim Wild 55
Der Marokkaner Elhoussine El Azzaoui, genannt „Flying Camel“, Sieger der Golden Trail World Series 2024 und 2025 sowie von Zegama-Aizkorri 2026, gewann den Wild 55 über 55 Kilometer und 3300 Höhenmeter nach einem besonders engen Duell mit dem Franzosen Tibère Debizet, der 22 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel kam. Ein weiterer Franzose, Gaspard Ravaux-Ouvray, belegte den dritten Platz.
Bei den Frauen setzte sich die Französin Julie Lelong vor der Schweizerin Rea Iseli und der Französin Anaïs Chevalier-Bouchet durch. Die ehemalige internationale Biathletin gewann dreimal WM- und siebenmal olympisches Edelmetall. Das Spitzentrio blieb in den entscheidenden Streckenabschnitten eng zusammen. Iseli, die vor dem finalen Anstieg zur Wildstrubelhütte noch auf Platz fünf lag, kämpfte sich stark auf Rang zwei vor. Lelong verteidigte ihren Vorsprung, Chevalier-Bouchet komplettierte das Podium.
DIE PODIEN DES WILD 55
Männer
1) Elhoussine El Azzaoui (Marokko): 4:09:05
2) Tibère Debizet (Frankreich): 4:49:27
3) Gaspard Ravaux-Ouvray (Frankreich): 4:55:20
Frauen
1) Julie Lelong (Frankreich): 5:41:24
2) Rea Iseli (Schweiz): 5:50:43
3) Anaïs Chevalier-Bouchet (Frankreich): 5:56:45
Gelungenes Debüt für den Wild Glacier Marathon
Die große Neuerung der Jubiläumsausgabe, der Wild Glacier Marathon, lockte 1000 Läuferinnen und Läufer auf die 42 Kilometer lange Strecke mit 270 Höhenmetern. Der Start erfolgte in Lenk, unweit der Gletscherlandschaften des Wildhorns. Das neue Format fand sofort sein Publikum und erweiterte das Veranstaltungsprogramm um einen Hochgebirgsmarathon.
Bei den Männern ging der erste Sieg in der Geschichte des Rennens an den Italiener Lorenzo Beltrami. Sein Vorsprung auf den Franzosen Eliott Robin-Saje betrug gerade einmal 39 Sekunden. Théo Bourgeois (Frankreich) wurde Dritter.
Bei den Frauen wurde die Lokalmatadorin Maëlle Böhlen zur ersten Siegerin des Wild Glacier Marathon. Hinter ihr folgten die Französin Florine Boillot und mit Monika Beer eine weitere Schweizerin.