Swiss Women’s Trail 2026: Marianne Hogan gewinnt die Premiere

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Von Luc Beurnaux

Veröffentlicht am Fr., 18. September 2026

Swiss Women’s Trail 2026: Marianne Hogan gewinnt die Premiere
© MyVisuaL

Bei der Premiere des Swiss Women’s Trail, dem ersten reinen Frauen-Trailrennen der Schweiz, gingen am 12. September in Couvet knapp 500 Teilnehmerinnen an den Start. Auf den Strecken über 19 und 38 km erlebten Frauen jeden Alters und mit ganz unterschiedlichem Hintergrund einen Tag im Zeichen von Einsatz, persönlicher Leistung, gegenseitiger Unterstützung und Solidarität. Erfahrene Athletinnen trafen auf Trail-Einsteigerinnen, alle vereint durch die Freude an der Herausforderung. Der Erfolg der ersten Ausgabe unterstreicht das Interesse an einem Event, das Frauen den Einstieg ins Trailrunning erleichtern und sie dazu ermutigen will, längere Distanzen in Angriff zu nehmen. Als Patin der Premiere startete die Kanadierin Marianne Hogan nach dem Startschuss selbst über 38 km.

Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung aus dem Swiss Canyon Trail wurde der Swiss Women’s Trail mit einer klaren Vision ins Leben gerufen: Frauen einen Rahmen zu bieten, in dem sie sich einer neuen Herausforderung stellen, Fortschritte machen und Selbstvertrauen gewinnen können, ohne Druck und ohne Wertung. Das Konzept ging auf: Knapp 500 Läuferinnen nahmen an der Premiere teil und übertrafen damit die ursprünglichen Erwartungen der Organisatoren, die mit 300 bis 500 Teilnehmerinnen gerechnet hatten.

Jenseits der Zahlen war der Tag vor allem von einer ganz besonderen Energie geprägt. Anfängerinnen, erfahrene Trailläuferinnen, Freundinnen, Kolleginnen und Vereinsmitglieder standen mit ganz unterschiedlichen Zielen gemeinsam an der Startlinie. Was sie verband, war der Wunsch, ein intensives sportliches Abenteuer zu erleben und es mit anderen Frauen zu teilen.

All diese Frauen heute gemeinsam an der Startlinie zu sehen, war unglaublich bewegend. Einige standen zum ersten Mal bei einem Trailrennen am Start, andere nahmen zum ersten Mal eine längere Distanz in Angriff. Jede hatte ihre eigene Herausforderung, ihre eigene Geschichte und ihren ganz persönlichen Sieg, den sie erringen wollte

Cornelia Forte
Cornelia FortePräsidentin des Swiss Women’s Trail

Zwei Strecken im Herzen des Val-de-Travers

Die Teilnehmerinnen konnten zwischen zwei Distanzen wählen: einer Strecke über 19 km mit 750 hm und einer 38-km-Runde mit 1400 hm. Von Couvet aus erklommen alle Läuferinnen über den berühmten Sentier des 14 Contours die Hänge zum Creux du Van. Dort erwartete sie eine große Zuschauermenge, die sie lautstark anfeuerte. Anschließend führten die Strecken durch einige der eindrucksvollsten Landschaften des Val-de-Travers: vorbei an Felswänden und Juraweiden, durch Waldpfade und zu spektakulären Aussichtspunkten.

Marianne Hogan und Carolyn Schaltegger siegen

Sportlich dominierte die Kanadierin Marianne Hogan das Rennen über 38 km. Die Patin der Premiere gewann in 3:18:03 Stunden mit deutlichem Vorsprung. Die Spanierin Beatriz Roman Soriano belegte den zweiten Platz, die Schweizerin Caroline Muller komplettierte das Podium.

Am Start und während des gesamten Rennens herrschte eine unglaubliche Energie. Beatriz schlug von Beginn an ein hohes Tempo an und zwang mich dadurch, schon in den ersten Kilometern alles aus mir herauszuholen.

Marianne Hogan
Marianne HoganPatin und Siegerin des Rennens

Die Anwesenheit und Begeisterung dieser außergewöhnlichen Patin, einer der besten Trailläuferinnen der Welt, verliehen der Premiere eine besondere Note.

Über 19 km ging der Sieg an die Schweizerin Carolyn Schaltegger vom FUGA Mountain Club. Sie erreichte das Ziel nach 1:55:38 Stunden. Sina Sprecher wurde mit etwas mehr als einer Minute Rückstand Zweite, Selin Scherrer machte das rein schweizerische Podium komplett.

Top 5 über 38 km / 1400 hm

1) Marianne Hogan (Kanada): 3:18:03

2) Beatriz Roman Soriano (Spanien): 3:24:14

3) Caroline Muller (Schweiz): 3:55:07

4) Aurelia Denner (Frankreich): 3:59:32

5) Gabrielle Chedin (Frankreich): 4:00:08

Top 5 über 19 km / 750 hm

1) Carolyn Schaltegger (Schweiz): 1:55:38

2) Sina Sprecher (Schweiz): 1:56:59

3) Selin Scherrer (Schweiz): 2:00:50

4) Yela Galvan (Schweiz): 2:03:22

5) Giorgia Ferretti (Schweiz): 2:03:53

Jenseits der Podien: Geschichten und große Emotionen

Für viele Teilnehmerinnen war der Zieleinlauf der Höhepunkt einer monatelangen Vorbereitung und die Erfüllung einer Herausforderung, die sie sich wenige Monate zuvor vielleicht noch gar nicht zugetraut hätten.

N., eine Läuferin aus der Region, erzählt mit leuchtenden Augen: « Ich verfolge den Swiss Canyon Trail seit Jahren, habe aber immer gedacht, dass das nichts für mich ist. Als ich den Swiss Women’s Trail entdeckt habe, fand ich den Mut, mich anzumelden und an den Start zu gehen. Es war eine großartige Erfahrung! Heute würde ich gern am Swiss Canyon Trail teilnehmen und vielleicht sogar die 31 km versuchen. Und als Krönung dieses unglaublichen Tages habe ich meine Altersklasse gewonnen, obwohl es mein erstes Rennen über eine so lange Distanz war! »

Ein Workshop nach dem Rennen mit viel Erfahrungsaustausch

Der Tag ging in herzlicher und geselliger Atmosphäre weiter. Besonders viele Läuferinnen nahmen an der nach dem Rennen organisierten Gesprächsrunde teil. Sie konnten sich mit der Patin Marianne Hogan, der französischen Ultraläuferin und Ernährungswissenschaftlerin Manon Bohard sowie mit Pippa Ebel, Trailläuferin und Marketingverantwortliche von Fuga für Europa, austauschen. Alle drei teilten ihre Erfahrungen und gaben wertvolle Tipps.

Kurz nach ihrem Zieleinlauf über 38 km blickte Marianne Hogan auf ihr Rennerlebnis und die Emotionen entlang der Strecke zurück.

Pippa Ebel sprach über die Rolle und Bedeutung von Trailrennen für Frauen und ging anschließend auf die Materialwahl ein, wobei sie den Fokus besonders auf Nachhaltigkeit legte. Manon Bohard erläuterte, welche zentrale Rolle die Ernährung bei der Belastungssteuerung im Rennen spielt und wie wichtig sie für eine effiziente Regeneration ist. Ein einzigartiger und inspirierender Moment mit spontanen Gesprächen, der den Geist des Swiss Women’s Trail perfekt widerspiegelte: gemeinsam teilen, lernen und Fortschritte machen.

Ein erster Schritt auf dem Weg zu einer langfristigen Vision

Der mit dem SheRACES-Label ausgezeichnete Swiss Women’s Trail, das für faire Bedingungen im Frauensport steht, verfolgt langfristig das Ziel, die Sichtbarkeit von Frauen im Trailrunning zu erhöhen, insbesondere auf den langen Distanzen. Die Organisatoren zeigten sich mit der Premiere äußerst zufrieden. Die Begeisterung der Teilnehmerinnen und die zahlreichen Rückmeldungen im Laufe des Tages bestärken die Ambition des Events: Langfristig soll die Zahl von 1000 Teilnehmerinnen übertroffen und der Swiss Women’s Trail zu einem festen Termin im Kalender des Frauen-Trailrunnings werden, in der Schweiz und darüber hinaus. Außerdem wird bereits über die Entwicklung einer Swiss Women’s Trail-Serie in weiteren Regionen und Schweizer Ferienorten nachgedacht.