Strava zeigt, wie der französische Trail zwischen 2025 und 2026 boomt

LR
Von La rédaction

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Strava zeigt, wie der französische Trail zwischen 2025 und 2026 boomt

Die neuen Strava-Daten zum Trail zeichnen das Bild einer in Frankreich rasant wachsenden Sportart. Die Community wird größer, aktiver und weiblicher. Trailrunning ist längst nicht mehr nur das Revier eingefleischter Bergläufer.

Der Trailrunning-Boom in Frankreich hält an. Die Zahlen, die Strava im Vorfeld der großen Saisonhöhepunkte veröffentlicht hat, bestätigen einen Trend, der längst etabliert ist: Die Sportart spricht ein immer breiteres Publikum an und wird zunehmend Teil des regulären Lauftrainings.

In den zehn Wochen vor der Trail-Hochsaison 2026 stieg die Zahl der Athletinnen und Athleten in Frankreich, die eine Trail-Aktivität aufgezeichnet hatten, im Vergleich zum selben Zeitraum 2025 um 11,4 Prozent. Der Wert ist besonders aussagekräftig, weil er weniger von einem einzelnen Event abhängt als die grundlegende Dynamik der Community abbildet. Und bei einer größeren Perspektive fällt das Wachstum noch beeindruckender aus.

+69 % Nutzerinnen und Nutzer in einem Jahr

Zwischen 2024 und 2025 stieg die Zahl der Strava-Nutzerinnen und -Nutzer in Frankreich, die mindestens einen Trailrun aufgezeichnet hatten, um 69 Prozent. Gleichzeitig schnellte die Zahl der aufgezeichneten Trail-Aktivitäten um 160 Prozent nach oben. Zwei Zahlen, die den Wandel der Sportart deutlich machen: Der Trail gewinnt nicht nur neue Aktive hinzu, er führt auch zu mehr Läufen.

Und die Dynamik scheint sich 2026 fortzusetzen. Rund zwei Wochen vor der Hochsaison entsprach die seit Jahresbeginn erfasste Zahl der Läuferinnen und Läufer bereits 95 Prozent des im gesamten Jahr 2025 beobachteten Werts. Bei den Aktivitäten waren bereits 69 Prozent des Jahreswerts von 2025 erreicht, obwohl noch mehrere Monate ausstehen. Anders gesagt: Die Saison 2026 hat noch längst nicht alle Kilometer gesammelt.

Trailrunning ist längst mehr als alpiner Ultra

Das ist vermutlich eine der interessantesten Erkenntnisse aus den Daten. Auch wenn das Bild des Trailrunnings weiterhin stark von großen Gebirgszügen und langen Distanzen geprägt ist, zeichnet die auf Strava beobachtete Praxis ein deutlich zugänglicheres Bild.

2026 war ein durchschnittlicher, in Frankreich aufgezeichneter Trailrun 9,8 Kilometer lang und führte über 182 Höhenmeter. Diese Werte zeigen, dass der Trail im Alltag oft weit entfernt ist von den 50-, 80- oder 100-Kilometer-Distanzen, die in den Medien im Mittelpunkt stehen.

Noch aussagekräftiger: 50 Prozent der Läufe eines durchschnittlichen französischen Trailrunners sind Trailruns. Trailrunning scheint damit immer stärker ins normale Training einzufließen, statt nur als spezifische Vorbereitung auf einen Wettkampf betrieben zu werden.

Der Trail wird zum selbstverständlichen Teil des Laufens. Auf Wegen zu laufen, Höhenmeter zu sammeln und zwischen verschiedenen Untergründen zu wechseln, gehört für immer mehr Sportler ganz selbstverständlich zum Training, auch wenn sie nicht unbedingt auf lange Distanzen zielen.

Frauen holen weiter auf

Ein weiteres starkes Signal ist die wachsende Zahl der Frauen im Trailrunning. Zwischen 2024 und 2025 verzeichneten Strava-Nutzerinnen in Frankreich 83 Prozent mehr Trailruns. Weltweit verdoppelte sich die Zahl der von Frauen aufgezeichneten Läufe im selben Zeitraum sogar.

Das Wachstum des Trailrunnings geht also auch mit einer Verbreiterung der Zielgruppe einher. Die Daten fordern einmal mehr dazu auf, sich vom traditionellen Bild einer vor allem männlichen, alpinen und auf lange Ausdauerformate ausgerichteten Sportart zu lösen. Die Entwicklung bei den Frauen gehört zu den deutlichsten Zeichen für den aktuellen Wandel im Trailrunning.

Rhône-Alpes führt, doch die Bretagne schafft es aufs Podium

Wenig überraschend bleiben die Alpenregionen das Zentrum der Aktivität. Auf Rhône-Alpes entfielen 2026 15,3 Prozent der in Frankreich aufgezeichneten Trail-Aktivitäten, gefolgt von der Île-de-France mit 12,8 Prozent. Der dritte Platz ist allerdings bemerkenswert: Die Bretagne kommt auf 10,8 Prozent der Aktivitäten und liegt damit vor den Pays de la Loire (9,5 Prozent) und Provence-Alpes-Côte d’Azur (7,1 Prozent).

Das Ranking zeigt erneut, dass sich der französische Trail nicht ausschließlich in den Alpen entwickelt. Die Île-de-France ohne große Gipfel belegt den zweiten Platz, die Bretagne komplettiert das Podium. Der gemeinsame Nenner ist also nicht zwingend die Höhe. Entscheidend ist auch, ob das Gelände genügend Abwechslung bietet, um Wege und Höhenmeter regelmäßig ins Training einzubauen.

Chamonix bleibt das Labor des alpinen Trailrunnings

Das landesweite Wachstum schmälert die Anziehungskraft der traditionellen Trail-Hotspots allerdings nicht. In Chamonix verzeichneten alle fünf von Strava untersuchten ikonischen Anstiege gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 mehr Belastungsvolumen.

Der Anstieg beträgt 25,8 Prozent auf Top Chairlift → Jonction und 25,6 Prozent auf dem Chamonix KMV. Das Segment Col des Montets – La Flégère legte um 17,4 Prozent zu, der Abschnitt zum Plan de l’Aiguille um 12 Prozent. Der Anstieg zur Refuge de La Floria wuchs immerhin noch um 4,2 Prozent.

Insgesamt nahm das kumulierte Belastungsvolumen auf diesen fünf Segmenten innerhalb eines Jahres um knapp 15 Prozent zu. Das bestätigt Chamonix’ Sonderstellung im Trailrunning: Während die Sportart in ganz Frankreich immer mehr Menschen erreicht, ziehen auch die ikonischen alpinen Strecken weiterhin zusätzliche Läuferinnen und Läufer an.

Das Wachstum verändert das Gesicht des Trailrunnings

Zusammengenommen zeichnen diese Zahlen einen Wandel auf mehreren Ebenen. Trailrunning zieht mehr Menschen an, diese absolvieren mehr Läufe und die Sportart gewinnt bei Frauen an Bedeutung. Gleichzeitig zeigen die Eigenschaften der Aktivitäten, dass das Wachstum nicht allein auf einer steigenden Zahl von Ultra-Trail-Aspiranten beruht.

Mit durchschnittlich 9,8 Kilometern und 182 Höhenmetern ist der Trail im Alltag vor allem eine vergleichsweise kurze, zugängliche Sportart, die sich gut mit regelmäßigem Training verbinden lässt. Darin dürfte die zentrale Entwicklung der kommenden Jahre liegen. Die großen Events werden weiterhin die Schaufenster der Disziplin sein und ihre Faszination befeuern. Das eigentliche Wachstum spielt sich aber auch, vielleicht sogar vor allem, auf den gewöhnlichen Trails ab: auf den Wegen, die man für eine Trainingseinheit läuft, ohne Startnummer und ohne Zeitmessung.

Die Strava-Daten zeigen jedenfalls, dass die Bewegung noch lange nicht an Fahrt verliert. Kurz vor dem großen Saisonhöhepunkt ist Trailrunning in Frankreich nicht mehr nur eine Sportart für Spezialisten. Es wird zu einem festen Bestandteil des Laufens.

Die wichtigsten Strava-Zahlen

• +11,4 % : So stark stieg die Zahl der französischen Athletinnen und Athleten, die in den zehn Wochen vor der Saison-Hochphase eine Trail-Aktivität aufgezeichnet hatten, im Vergleich zu 2025.

• +69 % : Zunahme der Zahl der Nutzerinnen und Nutzer, die zwischen 2024 und 2025 in Frankreich einen Trailrun aufgezeichnet hatten.

• +160 % : So stark stieg die Gesamtzahl der in Frankreich aufgezeichneten Trail-Aktivitäten im selben Zeitraum.

• 95 % : Seit Jahresbeginn 2026 entspricht die Zahl der Läuferinnen und Läufer mit einer aufgezeichneten Trail-Aktivität bereits 95 Prozent des Gesamtwerts von 2025, obwohl noch mehrere Monate bevorstehen.

• 83 % : So stark stieg die Zahl der von Strava-Nutzerinnen in Frankreich aufgezeichneten Trailruns zwischen 2024 und 2025. Weltweit hat sie sich verdoppelt.

• 9,8 km / 182 m : Das ist das durchschnittliche Profil eines 2026 in Frankreich aufgezeichneten Trailruns. Entgegen verbreiteten Vorstellungen sind 50 Prozent der Läufe eines durchschnittlichen französischen Trailrunners Trailruns. Das zeigt, wie fest diese Form des Laufens inzwischen im regelmäßigen Training verankert ist.