Strava-Daten zeigen: Trailrunning verbindet mehr als klassisches Laufen

LR
Von La rédaction

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Strava-Daten zeigen: Trailrunning verbindet mehr als klassisches Laufen
© UTMB

Kurz vor dem Saisonhöhepunkt zeichnen die neuen Strava-Daten das Bild einer in Frankreich rasant wachsenden Disziplin. Die Community wird größer, aktiver und weiblicher. Trailrunning hat längst den Kreis eingefleischter Bergläufer verlassen.

Die Zahl fällt auf: Ein Trailrun erzeugt doppelt so häufig Interaktionen wie eine klassische Laufeinheit, also Kommentare oder Kudos. Strava nennt in diesen Daten keine Gründe für den Unterschied. Er passt jedoch zu einer bekannten Eigenschaft der Disziplin. Beim Trailrunning geht es neben der Zeit auch um gemeinsames Erleben, Entdeckungen und die Community.

Sport wird gemeinschaftlicher

Diese soziale Dimension reicht weit über das Trailrunning hinaus. Seit Jahresbeginn wurden auf Strava mehr als 185 Millionen Stunden in der Gruppe absolviert, bei insgesamt knapp 965 Millionen erfassten Aktivitätsstunden. Anders gesagt: Fast jede fünfte Sportstunde findet gemeinsam mit anderen statt. Gruppentrainings beinhalten zudem deutlich längere Pausen: durchschnittlich 33 Minuten gegenüber 11 Minuten bei Sportlern, die allein unterwegs sind.

Auch das Radfahren liefert ein anschauliches Beispiel: Eine Ausfahrt in der Gruppe dauert im Schnitt 3:23 Stunden, allein dagegen 2:02 Stunden. Der Unterschied zeigt, dass gemeinsames Training nicht nur mehr Kilometer bedeutet. Es verändert auch den Zeitaufwand und die gesellige Seite der Aktivität.

Sportler legen sich weniger auf eine Disziplin fest

Eine weitere wichtige Erkenntnis: 33 Prozent der Athleten haben seit Januar eine neue Sportart ausprobiert. In Frankreich liegt der Anteil sogar bei 37 Prozent. Für Trailrunner ist diese zunehmende Vielfalt keineswegs nebensächlich. Sie steht für ein weniger abgeschottetes Sportverständnis, in dem Laufen, Gehen, Krafttraining, Radfahren oder Schwimmen im Wochenverlauf nebeneinander Platz finden.

Strava beobachtet außerdem, dass Krafttraining, Gehen und Teamsport vor allem am frühen Abend stattfinden. Laufen und Schwimmen erreichen in Frankreich dagegen rund um die Mittagspause einen besonders ausgeprägten Höhepunkt. Sport muss sich also mit dem Beruf und den Anforderungen des Alltags arrangieren. Weltweit dauert mehr als jede vierte Aktivität höchstens 30 Minuten. In Frankreich liegt der Anteil etwas niedriger, aber immer noch bei mehr als jeder fünften Aktivität.

Gemeinschaft entsteht auch wieder in den Vereinen

Diese Entwicklung zeigt sich schließlich auch in der Dynamik der Vereine. Millennials im Alter zwischen 30 und 45 Jahren stellen in Frankreich mehr als 40 Prozent der aktiven Vereinsmitglieder und Vereinsadministratoren. Wenn sie in der Gruppe trainieren, finden 65 Prozent dieser Aktivitäten überwiegend gemeinsam mit anderen Millennials statt.

Für das Trailrunning, bei dem Vereine, lokale Gruppen und Communities schon lange eine wichtige Rolle spielen, bestätigen diese Zahlen daher einen klaren Trend: Sport wird nicht mehr ausschließlich als individuelle Angelegenheit von Kilometern, Höhenmetern oder Zeiten verstanden. Er wird auch zu einem Ort der Begegnung.

Die Strava-Daten zeichnen letztlich das Bild eines Sportlers, der sein Leben weniger dem Training unterordnet, sondern das Training in sein Leben integriert. In dieser neuen Landschaft ist Trailrunning dank seiner Fähigkeit, rund um einen Lauf Verbindungen zu schaffen, besonders gut aufgestellt.