MDS 120 Marokko: Rachid El Morabity und Marie Kirton gewinnen die erste Etappe

LB
Von Luc Beurnaux

Veröffentlicht am Di., 6. Oktober 2026

MDS 120 Marokko: Rachid El Morabity und Marie Kirton gewinnen die erste Etappe
© Ian Corless/MDS

Die fünfte Ausgabe des MDS Maroc 120 und die zweite des MDS Handi sind heute in der spektakulären Landschaft der marokkanischen Wüste gestartet. Mehr als 600 Teilnehmer machten sich bei Sonnenaufgang auf die anspruchsvolle erste Etappe, die von hohen Temperaturen, starken sportlichen Leistungen und zahlreichen Momenten der Solidarität geprägt war.

Am ersten Tag bot die Wüste eine Kulisse, die dem MDS 120 alle Ehre machte: ein großartiger Sonnenaufgang, endlose Weiten und jene besondere Atmosphäre, die die ersten Kilometer eines mehrtägigen Abenteuers begleitet.

Angesichts der für den ganzen Tag angekündigten hohen Temperaturen entschied sich die Organisation, den Start um 1:30 Stunden vorzuverlegen. Die Läufer gingen damit bereits um 6:30 Uhr auf die Strecke, statt wie ursprünglich geplant um 8 Uhr. Eine Entscheidung, die sich schnell als richtig erwies. Schon in den frühen Morgenstunden war die Hitze spürbar, nachdem bereits die Nacht im Biwak ungewöhnlich warm gewesen war. Für viele Teilnehmer blieben die Schlafsäcke daher weitgehend ungenutzt, ein Beleg für die außergewöhnlichen Bedingungen gleich in der ersten Nacht.

24 Kilometer für die Teilnehmer der Formate über 70, 100 und 120 km

Bei Tagesanbruch versammelten sich mehr als 600 Läufer und Teilnehmer an der Startlinie. In den Gesichtern lagen Vorfreude, Konzentration, Nervosität und Ungeduld. Für manche war dieser Tag der Höhepunkt monatelanger Vorbereitung. Für andere die Freude, in eine inzwischen vertraute Wüstenlandschaft zurückzukehren.

Die erste Etappe führte über 24 Kilometer und war für die Teilnehmer der Formate über 70, 100 und 120 km ausgeschrieben. Drei Kontrollstellen lagen entlang der Strecke. Mit zunehmender Hitze wurden sie zu wichtigen Etappenpunkten: Hier konnten die Teilnehmer Wasser aufnehmen, Unterstützung durch die Organisationsteams erhalten und noch einmal Kräfte sammeln, bevor es weiterging. Der Tag entwickelte sich rasch zu einem echten Wettlauf gegen die Elemente. Das richtige Einteilen der Kräfte, die Flüssigkeitszufuhr und der Umgang mit der Hitze waren dabei ebenso entscheidend wie das Tempo.

Rachid El Morabity übernimmt früh die Führung

Beim MDS Maroc 120 zeigte der Marokkaner Rachid El Morabity erneut, dass er sich in dieser Umgebung bestens zurechtfindet. Der „König der Wüste“ gewann die erste Etappe souverän in 2:03:46 Stunden. Der Franzose Louis Godemon wurde in 2:06:58 Stunden Zweiter, Selim Deterpigny komplettierte das Männerpodium in 2:09:40 Stunden. Der erste Tag unterstrich damit sofort das sportliche Niveau des Feldes und lässt für die kommenden Tage einen engen Wettkampf erwarten.

Auch das Frauenrennen bot reichlich Spannung. Die Britin Marie Kirton setzte sich in 2:39:55 Stunden durch. Sie zeigte eine starke Leistung, musste jedoch einen höchst ungewöhnlichen Zwischenfall überstehen. Auf den letzten Kilometern bohrte sich ein etwa fünf Zentimeter langer Dorn durch ihren Schuh und stach bei jedem Schritt in ihren Fuß. Die Läuferin musste anhalten und den Dorn vorsichtig entfernen, bevor sie die letzten Kilometer in Angriff nahm. Der spektakuläre Zwischenfall zeigt, was Wüstenrennen ausmacht: Selbst das kleinste Hindernis kann hier schnell zu einer echten Herausforderung werden. Marie Kirton verwies die Belgierinnen Sylvie Van Baelen auf Rang zwei und Laura Dumortier auf Rang drei.

Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf der Strecke

Parallel zum MDS Maroc 120 stellten sich die 16 Teams der zweiten Ausgabe des MDS Handi einer 18,1 km langen Strecke mit 206 Höhenmetern. Auch diesmal standen die Handi-Teams im Mittelpunkt des Tages. Ihr Einsatz, ihre Entschlossenheit und ihre Fähigkeit, die eigenen Grenzen zu verschieben, wurden entlang der gesamten Strecke immer wieder angefeuert.

Auch in diesem Jahr schuf die Initiative „Hope Ropes“ eine direkte Verbindung zwischen den Teilnehmern des MDS Maroc 120 und den Handi-Teams. Wenn die Läufer der Hauptstrecke auf die Teams treffen, können sie sich an deren Einsatz beteiligen und ihnen mit den bereitliegenden Seilen helfen, die Strecke zu bewältigen.

Über die körperliche Unterstützung hinaus entstehen bei diesen Begegnungen besonders bewegende Momente: gemeinsam zurückgelegte einige hundert Meter, Anfeuerungsrufe, Lächeln und eine echte Verbindung zwischen Läufern, die sich unterschiedlichen Herausforderungen stellen, aber denselben Wunsch teilen, ihre Grenzen zu verschieben.

Eine Prüfung der Selbstständigkeit für die Handi-Teams

Die erste Etappe hielt für die Handi-Teams außerdem eine besondere Herausforderung bereit. Vor Kontrollstelle Nummer 2 musste jedes Team eine Aufgabe zur Selbstständigkeit bewältigen. Rund 300 Meter vor der Kontrollstelle sollten sich die begleitenden Läufer an den Streckenrand stellen, damit der Handi-Teilnehmer den letzten Abschnitt allein bis zur Kontrolle zurücklegen konnte. Wer diesen Teil der Strecke selbstständig bewältigte, erhielt eine Zeitgutschrift von zehn Minuten, die von der Endzeit abgezogen wurde.

© Ian Corless/MDS

Das Prinzip ist einfach, die symbolische Bedeutung jedoch groß. Die Aufgabe macht sichtbar, wie jeder Teilnehmer seine Möglichkeiten ausschöpft, und verwandelt einige hundert Meter in einen ganz persönlichen Sieg.

Beim MDS Handi zeigte das von Aubin Barillon angeführte Team eine bemerkenswerte Leistung und bewältigte die 18,1 Kilometer in 2:16:47 Stunden.

Auf dem Programm der morgigen zweiten Etappe stehen je nach gewählter Strecke 22,2 bis 58 km mit 199 bis 930 Höhenmetern.

Ergebnisse der 1. Etappe

  • Top 5 Männer

1) Rachid EL MORABITY (Marokko): 2:03:46

2) Louis GODEMAN (Frankreich): 2:06:58

3) Selim DETERPIGNY (Frankreich): 2:09:40

4) Alexandre PORPHYRE (Frankreich): 2:31:45

5) Christophe SANTINI (Frankreich): 2:32:42

  • Top 5 Frauen

1) Marie KIRTON (Großbritannien): 2:39:55

2) Sylvie VAN BAELEN (Belgien): 2:45:16

3) Laura DUMORTIER (Belgien): 2:48:39

4) Camille KUREK (Frankreich): 3:10:10

5) Marie OHEIX (Frankreich): 3:14:48