Western States 100: Alle Infos mit Kilian Jornet, Jim Walmsley, Vincent Bouillard und Thomas Cardin

LR
Von La rédaction

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Western States 100: Alle Infos mit Kilian Jornet, Jim Walmsley, Vincent Bouillard und Thomas Cardin

Das Teilnehmerfeld für die 53. Western States 100 am Samstag, 27. Juni 2026, steht fest. Und es hat es in sich: Mit Kilian Jornet, Jim Walmsley sowie den Franzosen Vincent Bouillard und Thomas Cardin sind große Namen des Ultra-Trails am Start. Alle Infos, um das legendäre Rennen in Kalifornien live zu verfolgen.

Wer die Trail-Szene aufmerksam verfolgt, wird die 53. Ausgabe der Western States 100 mit großem Interesse beobachten. Das Teilnehmerfeld ist außergewöhnlich stark besetzt. Einer der prestigeträchtigsten und ältesten Ultra-Trails der Welt findet jedes Jahr am letzten Juniwochenende in der Sierra Nevada in Kalifornien statt, diesmal am Samstag, 27., und Sonntag, 28. Juni. Der Startschuss fällt am Samstag um 5:00 Uhr Ortszeit in Kalifornien, also um 14:00 Uhr französischer Zeit.

Die Western States 100 gilt als Ursprungsrennen des Ultra-Trails. Kein Wunder, dass jedes Jahr zahlreiche Läufer an den Start wollen. Das begehrte Ticket erhalten allerdings nur wenige: Von 11.300 Bewerbern werden weniger als 400 zugelassen, genau 370. Ihren legendären Ruf verdankt die Western States 100 ihrer ganz eigenen Identität und der ungewöhnlichen Strecke. Im vergangenen Jahr erreichten 285 der 369 gestarteten Trailläufer das Ziel nach dieser extremen Herausforderung.

Ein legendäres Rennen

Die ikonische Strecke der Western States 100 beginnt am Austragungsort der Olympischen Winterspiele von 1960 und endet 102 Meilen (164,153 km) später in Auburn. Sie führt durch die angestammten Gebiete der indigenen Völker der Nisenan und Washoe und bietet eine außergewöhnliche Reise durch die Canyons und Flüsse der Sierra Nevada. Der anspruchsvolle Kurs weist mehr als 5486 Höhenmeter im Aufstieg auf, 40 Prozent weniger als der UTMB in Chamonix, sowie 6708 Höhenmeter im Abstieg. Hinzu kommen extreme Hitze und eine sengende Sonne, die zu dieser Jahreszeit fast schon zum Rennen dazugehören.

Auch wenn bei diesem Rennen bereits die besten Läufer der Welt angetreten sind, darunter der Katalane Kilian Jornet und der US-Amerikaner Jim Walmsley, die auch diesmal dabei sind, hat sich die Western States 100 ihren familiären Charakter und den Charme vergangener Zeiten bewahrt. Die größten Trailläufer messen sich hier mit dem kalifornischen Giganten, möglich macht das vor allem der Einsatz der zahlreichen Helfer, die das ganze Jahr über an einer erfolgreichen Veranstaltung arbeiten. Die Western States 100 hat nur einen einzigen Angestellten: Craig Thornley, den Renndirektor. Dafür kommen 1600 Freiwillige zusammen und sorgen für den reibungslosen Ablauf der Western States 100.

Die Geschichte der Western States 100

Der Legende nach war der US-Amerikaner Gordy Ainsleigh 1974 der erste Mensch, der die 100 Meilen der Western States 100 laufend bewältigte. Damals wurde die Strecke noch zu Pferd zurückgelegt. Mit einer Zeit von 23 Stunden und 42 Minuten bewies Ainsleigh, dass 100 Meilen in weniger als 24 Stunden zu schaffen sind. Vermutlich nahm hier die Geschichte der Ultra-Ausdauerläufe ihren Anfang.

Thomas Cardin: „Die Western ist wirklich ein legendäres Rennen“

Die Trail-Welt blickt an diesem Wochenende gespannt auf die Western States 100, die mit einem hochkarätigen Starterfeld aufwartet. Die vier Trailstars Thomas Cardin, Vincent Bouillard, Kilian Jornet und Jim Walmsley werden bei diesem großen Termin von den Outdoor-Sportfans mit Spannung erwartet. Thomas Cardin, 2024 Europameister im Trailrunning, steht kurz davor, seinen Beruf als Grundschullehrer aufzugeben und Vollzeitprofi zu werden. Die Entscheidung steht im Zeichen seines Plans, sich künftig auf die langen Distanzen zu konzentrieren. Sein Sieg beim Chianti Ultra Trail by UTMB über 119 km in 9:58:38 Stunden am 21. März hat dieses sportliche Projekt zusätzlich bestärkt.

Der Schritt zum Profi geht mit dem Wechsel auf längere Distanzen einher, sagte er MY TRAILS im vergangenen April in Marseille. Dieser Sieg in Chianti hat mir sehr gutgetan, weil er der erste Baustein auf dem Weg zum Ultra-Trail und zur Professionalisierung war. Schon am ersten Tag dieses Weges lief es super, ich habe ein gutes Rennen gemacht und alles hat funktioniert. Das Fundament ist solide, und jetzt vertraue ich auf mich. Damit nimmt das Projekt Ultra-Distanz konkrete Formen an. Die Western ist wirklich ein legendäres Rennen. In Europa haben wir alle dieses Bild von den Amerikanern vor Augen: Bärte, wehende Haare, nackter Oberkörper, kurze Shorts und eine Flasche in der Hand, während sie durch Hitze oder Wüste laufen. Das ist Teil der Vorstellung, die sich um dieses Rennen rankt. Für einen jungen Trailläufer ist es ein Traum. Mich reizt die Geschwindigkeit: Die Western ist ein Ultra-Trail über 160 km, wird aber mit einem Schnitt von mehr als 12 km/h gewonnen. Es geht sehr schnell, und ich liebe es, lange schnell zu laufen. Genau das suche ich bei diesem Western-Projekt.

Vincent Bouillard greift wieder an

Mit Vincent Bouillard ist am Samstag ein weiterer Franzose am Start. Am 30. August 2024 stellte er auf den Trails in Savoyen sein unbestreitbares Talent eindrucksvoll unter Beweis und hat sich seitdem ganz unaufgeregt einen Namen unter den besten Spezialisten der Welt gemacht. Wir sind überzeugt, dass sein Triumph keine Eintagsfliege bleiben wird und er in Kalifornien alle Trümpfe in der Hand hat. Dass er am Sonntagmorgen ganz oben auf dem Podium steht, wäre keineswegs utopisch, nachdem er ein Jahr zuvor bei Kilometer 125 aufgeben musste. Bouillard gehört zum Team Trail Elite HOKA, für dessen Ausrüster er seit 2016 als Produktentwickler tätig ist, und belegte in Chianti den dritten Platz. Drei weitere Franzosen stehen auf der Startliste: Thomas Gourgas, Antoine Aubour und David Michel.

Kilian Jornet 15 Jahre danach? Jim Walmsley auf dem Weg zum fünften Sieg?

Nachdem die beiden Erstplatzierten des vergangenen Jahres abgesagt haben, kehren sechs der Top Ten zurück. Auch der Herrscher der Sierra Nevada, Jim Walmsley, ist wieder dabei. Der US-Amerikaner gewann 2018, 2019, 2021 und 2024 und hält seit 2019 mit 14:09:28 Stunden den Streckenrekord. Ebenfalls am Start ist die spanische Superstar Kilian Jornet, der im vergangenen Jahr Dritter wurde (14:19:22) und 15 Jahre nach seinem Triumph von 2011 erneut für einen kaum erwartbaren Sieg angreifen will. Die Top Ten des vergangenen Rennens komplettieren Jeff Mogavero (4.), Daniel Jones (5.), Ryan Montgomery (7.), Hans Troyer (8.) und Hiroki Kai (10.). Sie alle wollen sich im Klassement weiter nach vorne schieben. Außerdem richten wir den Blick auf den US-Amerikaner Adam Peterman, Sieger von 2022, sowie den Italiener Francesco Puppi, der 2025 die CCC über 101 km dominierte.

Abby Hall verteidigt ihren Titel

Acht der zehn Erstplatzierten des vergangenen Jahres sind erneut dabei, darunter die Siegerin von 2025, Abby Hall (16:37:16), die nur knapp vor der Chinesin Fu-Zhao Xiang (16:47:09) lag. Fu-Zhao Xiang wurde bereits zweimal Zweite, 2024 und 2025. Dahinter folgte die Kanadierin Marianne Hogan (16:50:58). Zum internationalen Teilnehmerfeld gehören in diesem Jahr außerdem die Polin Martyna Mlynarczyk und die Norwegerin Yngvild Kaspersen, die 2025 beziehungsweise 2023 die CCC gewannen. Hinzu kommen die US-Amerikanerinnen Jennifer Lichter, neue Streckenrekordlerin beim Black Canyon 100K, und Molly Seidel, Olympiadritte im Marathon bei den Spielen von Tokio 2021. Den Streckenrekord der Western States 100 hält seit 2023 Courtney Dauwalter mit 15:29:33 Stunden.

Liveübertragung auf YouTube

Die Western States 100 wird live auf dem YouTube-Kanal des Rennens übertragen.

Tracking: Verfolgt die von euch ausgewählten Trailläufer, um ihre Position in Echtzeit und ihre Zielzeit zu sehen, indem ihr hier klickt.